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Mautner, Maler, Apotheker

Die Stadt-Apotheke im Jahre 1949

(Texte und Bilder aus dem Buch „Bogener Bildergeschichten-Band 2“ © Hans Neueder 1995)

Von den 58 Bogener Stadtplatzhäusern besitzt das ehemalige Haus Nr. 19 (heute Stadtapotheke) eine besonders reiche Geschichte. Das Haus, am Südende des Marktplatzes neben dem heutigen Rathaus gelegen, blieb von der Brandkatastrophe des Jahres 1719 verschont, seine Innenausstattung (Decken, Böden, Türen, Fenster, Gewölbe) ist zum Teil über 200 Jahre alt und unversehrt erhalten geblieben, seine Bewohner waren stets wichtige und angesehene Bürger des Marktes. Zu einigen von ihnen lassen sich recht interessante „Geschichten“ erzählen; zwei davon, nämlich die Maler Franz Xaver und Franz Seraph Merz, verdienen überörtliche Beachtung.

 

Das Merz-Malerhaus

Das Haus stand in alten Zeiten neben dem churfürstlichen Mauthaus (heute Polizeigebäude). Bis zur Aufhebung dieser einzigen landesherrlichen Behörde in Bogen (um 1780) bewohnten u. a. ein Landleutnant (1693), ein Marktschreiber (1701), drei Landgerichtsprocuratoren (Rechtsanwälte, 1714-1735) und ein Mautner (1721) das Wohnhaus.

Nach den genannten Familien erwarb 1762 der Straubinger Maler Franz Xaver Merz, der Sohn des berühmten Joseph Anton Merz, das Anwesen. Franz Xaver Merz besorgte vermutlich selbst den Innenausbau des Hauses, wie er sich heute noch zeigt. Die erhaltene Stuckdecke im Schlafzimmer des 1. Stockwerkes dürfte aus dieser Zeit stammen und stellt für Bogener Verhältnisse eine Rarität dar. Franz Merz ist bis 1790 als Eigentümer des beschriebenen Hauses nachgewiesen.

Apotheken Zulassung

Das Merz-Malerhaus kam nun in den Besitz eines gewissen Johann Lermer, von dem weder Beruf noch Alter bekannt sind. Da er aber Hauseigentümer während er 1. Gemeindereform (1808) war und als solcher in den ersten Grundbüchern eingetragen wurde, erhielt das Haus den Namen „Lermerhaus“. Eben in dieser Zeit regte die kgl. Landesdirektion die Errichtung einer Apotheke am Landgerichtssitz in Mitterfels an. Der Landrichter selbst aber hielt das "Dorf Mitterfels für ungeeignet" und schlug vor, da auch der Landgerichts-Physikus sich in Bogen niedergelassen hatte, die Apotheke ebenfalls im Markt Bogen zu errichten. Man erklärte sich mit diesem Vorschlage einverstanden. Eineinhalb Jahre später meldete sich ein einziger Kandidat, der erst nach längeren Verhandlungen am 4.Januar 1816 die Bewilligung erhielt, sich in Bogen als Landgerichtsapotheker niederzulassen. Unter diesem Datum kaufte der 1. Bogener Apotheker, Joseph Brunner aus Cham, das Lermerhaus.

Apotheker Karl Ost (ca. 1930)

Im Jahre 1877 übernahm Karl Ost die Bogener Apotheke und führte sie 57 Jahre lang, unglaublich lange für heutige Verhältnisse. 1938 starb er hochbetagt mit 86 Jahren. Auch heute noch wird die Stadt-Apotheke von alteingesessenen Bürgern noch die "Ost-Apotheke" genannt.

Max Ost in der Offizin (1933)

Die Apotheke wurde weitergeführt von seinem Sohn Max Ost, Apotheker von 1934 - 1955.

Viel neuen Schwung brachte Apotheker Mannfried Pahlow, der die  Apotheke 1956 übernahm und bis 1987 führte: In der “Lehrapotheke” (seit 1954) wurde eine Vielzahl von Praktikanten und Helferinnen ausgebildet.

Mannfried Pahlow widmete sich ganz besonders der Heilpflanzenkunde (Phytotherapie) sowie der Homöopathie. Unermüdlich wirkte er bis zu seinem Ableben am 26.05.2000 als Autor von Fachbüchern und Artikeln in Zeitungen und Fachzeitschriften.Ganz besonders ist hierbei sein “Großes Buch der Heilpflanzen” zu erwähnen.

Die Zahl der Angestellten wuchs bis 1986 auf 5 Mitarbeiter. 1964 wurde die Apotheke vollständig renoviert und im damaligen Zeitgeschmack modernisiert:

Die Offizin 1951
H.Engeser, D.Ring, B.Baumgartner (Helferinnen)
M.Pahlow, E. Buchtala (Apotheker)